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Unsere Jugend
(Heimat, Nr. 03 (78) 2005)

Inna Weidemann Kristina Parret Valeria Parret Tanja Trinkschuh
Olesia Fischer Natalja Bauer Viktoria Koenig, Olga Henning Tatjana Begun
Inna Weidemann
„Ich bin 22 Jahre alt. Nach Deutschland bin ich im Oktober 2000 gekommen (und seitdem bin ich immer nur am Lernen). Als ich den Sprachkurs beendete, ging ich 2 Jahre lang aufs Gymnasium. Vor 6 Monaten habe ich die Ausbildung als Erzieherin angefangen. Ich mag Kinder sehr, glaube, dass es für mich interessant sein wird, in einem Kindergarten zu arbeiten“. Wir fragten Inna danach, wie sie ihre freie Zeit gestaltet. Daraufhin antwortete die junge Frau, dass sie fast keine freie Zeit zur Verfügung hätte, weil sie sehr viel Zeit darin investiere, um zu lernen und über sich selbst zu arbeiten. Aber sie war schon mal in Berlin, Potsdam. In Thüringen gibt es ein Ort, der als Mitte Deutschlands gilt. Voller Stolz sagt Inna: „Ich war dort!“



Kristina Parret
Seit 1993 ist Kristina in Deutschland. Zur Zeit ist sie Studentin an der Fachhochschule Weingarten- Ravensburg. Erfolgreich bewältigt Kristina ihr Studium im 8. Semester und schreibt eine Diplomarbeit. Man kann von ihr mit Überzeugung sagen, dass sie ein zukünftiger Wirtschaftsingenieur ist. Im Leben hat sie immer eine aktive Position bezogen, Kristina war Mitglied eines Studentenrates. Kristina mag Mathematik. Dieses Fach fällt ihr leicht, deswegen teilt sie ihr Wissen mit all denen, die ihre Hilfe brauchen. In der Regel ist Kristina daran gewöhnt, alles selbst zu erreichen: Als sie ihre Englischkenntnisse verbessern wollten, ging sie für ein Jahr nach Irland (Auslandsstudiensemester). Kristina mag Bücher, Skifahren, für welches sie schon hier in Deutschland eine starke Vorliebe entwickelt hat. Und Tanzen ist Kristnas alte Leidenschaft – früher besuchte sie eine Tanzschule. „Schade, dass ich für meine Hobbys kaum Zeit habe“, sagt Kristina mit Bedauern.



Valeria Parret
Valeria kam nach Deutschland im Alter von 12 Jahren. Sie träumt davon, Werbedesignerin zu werden. Momentan geht sie aufs Gymnasium, Valeria hat vor, ihr Abitur zu machen und später an der Berufsakademie zu studieren. Wir wollen Valeria alles Gute für ihre Zukunft wünschen. Als der jungen Frau die Frage gestellt wurde, wie sie sich in Deutschland fühlt, dann sagte sie: „Wie zu Hause“.



Tanja Trinkschuh
Ich komme aus Kirgisien. Ich bin 16 Jahre alt und lebe schon seit 10 Jahren in Deutschland. Ich besuche zur Zeit die 10. Kasse an der Heinrich-Mann-Oberschule. Ich möchte später Fachabitur machen und mich auf einen kaufmännischen Beruf konzentrieren. Ich habe mich hier gut eingelebt. Ich habe viele Freunde, die meisten von ihnen sind Deutsche, mit denen ich mich angefreundet habe. In meiner Freizeit spiele ich Klavier und mache im Schuletheater mit. Ich finde, hier zu leben ist nicht schwer, man hat hier alles, was man für eine Zukunft braucht, natürlich wen man das auch will. Die Hauptschache ist, dass man lernt, denn Wissen ist Macht.



Olesia Fischer
Ich bin 22 Jahre alt. Im Jahr 2001 kam ich aus Kasachstan nach Deutschland. Danach wie auch viele junge Aussiedler habe ich einen Sprachkurs von Otto-Beneke-Stifftung besucht, wo ich meine besten Freundinnen kennen gelernt habe. Nach diesem Sprachkurs habe ich Fachhochschulreife erworben und seit Oktober 2004 studiere ich Sozialarbeit an der Fachhochschule Frankfurt am Main.



Natalja Bauer
Vor vier Jahren bin ich aus Russland (Sibirien) nach Deutschland gekommen. Von ihren Eltern weiß sie, dass ihre Vorfahren aus dem Wolgagebiet stammen. „In Deutschland fühle ich mich wie zu Hause. „Zurzeit studiere ich an der Fachhochschule Frankfurt am Main Sozialarbeit, bin im zweiten Semester“, - sagte Natalja. Auf unsere Frage, warum sie sich für den Beruf Sozialarbeiter entschieden hat, sagte sie ohne zu überlegen: „Im Hinblick auf die Familie – ist es ein idealer Beruf. Ich erfahre sehr viele interessante Sachen über die Persönlichkeitspsychologie, Kindererziehung. Wenn man so einen Beruf hat, werde ich auch anderen Menschen nützlich sein können“



Olga Henning
Ich heisse Olga Henning. Ich wurde 1989 in Nowosibirsk geboren. Im Jahre 1995 hat sich meine Familie entschieden, nach Deutschland zu ziehen. Nach der Anreise lebten wir ein Jahr lang in einem Notaufnahmelager. Während dieser Zeit ging ich in den Kindergarten, was mir sehr geholfen hat, deutsch zu erlernen. Sehr schnell gewöhnte ich mich an mein neues Leben und lernte ein Mädchen, Viktoria König, kennen, die zu meiner besten Freundin wurde. Ich schloss die Grundschule (Alfred-Adler-Grundschule) mit einer Gymnasialempfehlung ab. Zurzeit besuche die Gustav-Heinemann-Oberschule. Im August werde ich in die 10. Klasse versetzt. Ich habe vor, mein Abitur zu machen und danach Tourismus- und Hotelmanagement zu studieren. Ich habe mich für den Bereich Tourismus- und Hotelmanagement entschieden, weil ich hier meine Sprachkenntnisse gut einsetzen kann. Meine Familie unterstützt mich bei allen meinen Vorhaben. Ich sehe optimistisch in meine Zukunft, denn ich glaube, dass dieses Land einem mehr Möglichkeiten bietet, sich zu verwirklichen und viel zu erreichen.



Tatjana Begun
Ich heiße Tatjana und bin 18 Jahre alt. Ich bin Schülerin der 11. Klasse an der Gustav-Heinemann-Oberschule in Berlin Marienfelde. Bereits seit 9 Jahren lebe ich mit meinen Eltern und meiner Schwester in Berlin. Vor der Übersiedlung nach Deutschland lebten wir in einer kleinen Stadt Selidowo in der Ukraine. Ich besuchte die 2. Klasse, als wir nach Deutschland umzogen. Selbstverständlich war es für mich nicht einfach, den Abschied von meinen Freunden und Verwandten zu nehmen. Zum Glück konnte ich schon bald viele neue Freundschaften in Berlin schließen. Meine Freunde sind sowohl die Russlanddeutschen als auch die Einheimischen. Ich mag Musik und kann ziemlich gut Klavier spielen. Musik gibt mir Kraft und Hoffnung im Leben. Meine Familie ist mein Halt und ich bin froh darüber, dass ich mich auf meine Familie immer verlassen kann, ganz gleich mit welchen Problemen man konfrontiert wird. Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich mich in Deutschland gut eingelebt habe und mich hier wohl fühle.




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