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Rede Bundesvorsitzender BV "Heimat" Viktor Uhl
In der Bundesvereinigung "Heimat" und Redaktion der Zeitung "Heimat" gingen mehr als 350 Briefe von den deutschen Staatsbürgern - der Aussiedler aus der ehemaligen UdSSR - ein. 350 Briefe, gefüllt mit Tränen und menschlichem Leid. Alle mit der Hoffnung auf Hilfe bezüglich der Einreise eigener Kinder, für die die deutsche Politik einen Sprachtest eingeführt hatte. Eine Politik, die das tragische Schicksal der Deutschen in Russland nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr weiter beachtet. Das Schicksal der Nichtberechtigten Anschuldigungen am Landesverrat, Liquidierung der deutschen Wolgarepublik, des Verbots der deutschen Muttersprache, der Verschleppung und Zwangsarbeit in den Konzentrationslagern. Das Schicksal der Kommandanturüberwachung bis hin zum Jahre 1956 für alle, die trotzdem zu überleben wagten.
Wir sind der Meinung, dass der durch die deutsche Regierung eingeführte Sprachtest gegen folgende Normen verstößt:
1. Das Grundgesetz, Artikel 6 Abs. 1: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung."
2. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10 Dezember 1948, worunter auch Deutschland unterschrieb und derer Artikel 16 Punkt 3 festhält: "Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.
3. Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 04 November 1950, Artikel 8 Absatz 1: "Jeder hat das Recht auf Respektierung seiner persönlichen und familiären Sphäre."
Im Mai 2000 veröffentlichte die Zeitung "Heimat" den Aufruf der Mütter zu der deutschen Regierung und dem deutschen Bundestag mit der Aufforderung zur Zusammenführung der auseinander gerissenen Familien. Dieser Aufruf wurde inzwischen von ca. 4.500 Menschen unterschrieben. Hinter jeder Unterschrift die Tragödie und Volksleid.
Die Mütter schreien um Hilfe: "Lassen Sie unsere Kinder und Enkelkinder zu uns!"
Warum die Mütter, die stillschweigend um die in den NKWD-Konzentrationslagern zum Tode gequälte Väter weinten, die nicht auf das Schicksal schimpften, als sie die deutsche Wolgarepublik verloren, die Erniedrigungen in der Vertreibung verkrafteten, mit unverdienten Beleidigungen als "Faschistka" lebten - plötzlich die Einhaltung der Menschenrechte aufrecht und mit aller Kraft fordern? Die Antwort ist einfach: Weil sie noch ihren Glauben in die Gerechtigkeit und Menschlichkeit der deutschen Regierung nicht verloren haben.
Deswegen wenden wir uns zum deutschen Volk, zu der progressiven Öffentlichkeit Deutschlands: Lassen Sie die sich wiederholende Tragödie der Deutschen nicht zu, dass zur Friedenszeit ihre Familien auseinander gerissen werden!
Deswegen zeigen wir an: Die Regierung, die nicht imstande ist, in die Heimat das eigene Volk so aufzunehmen, wie es einem zivilisierten und sozialen Staat entsprechen würde und das erlebte Schicksal erfordert. Und stattdessen Familien nicht zusammenführt, sondern noch mal zerreißt. Solche Regierung kann kein Vertrauen verdienen. Die Tränen und Leid hierher angereisten und weiteren mehreren Tausenden Mütter, die aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen sowie Entfernung hier nicht anwesend sein konnten, liegen auf dem Gewissen dieser Politiker.
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