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Borna: Für Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland
Wir alle vermissen menschliche Aufmerksamkeit, das Interesse der einheimischen Bevölkerung am Schicksal und am Erhalt der Kultur unserer Volkszugehörigen, die in ihre historische Heimat zurückgekehrt sind.
Vor einiger Zeit hat ein Düsseldorfer Ehepaar - Ludwig und Gisela Limmer - vorgeschlagen, eine Begegnungsstätte für Spätaussiedler zu organisieren, wo es möglich sei, gemeinsame Treffs und Gespräche, Ausstellungen mit dem Schwerpunkt "Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland" sowie literarische Vorlesungen zu veranstalten. Aus diesem Grunde hat die Entscheidung, in der Stadt Borna (Sachsen) Raum (200 qm) für die geplante Begegnungsstätte zur Verfügung zu stellen, eine große Resonanz gefunden. Viele gesellschaftliche Organisationen und Aktive aus ganz Deutschland wollten den Einwohnern von Borna bei der Eröffnung helfen, da es für eine relativ kleine Gruppe von Deutschen aus Russland in einer relativ kleinen Stadt wie Borna (insgesamt 18 000 Einwohner) nicht einfach ist, alles alleine zu organisieren. Zugleich wollten die Organisatoren das Potenzial der Vertreter der russlanddeutschen Kultur (u. a. Historiker, Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Kunstwissenschaftler) zeigen, die, ungeachtet oft großer Entfernung, es doch geschafft haben, mit ihren historischen Dokumenten, Werken und Schöpfungen nach Borna zu kommen: der Bildhauer Günther Hummel, die Kunstmaler Andreas Prediger, Jakob Günther, Konstantin Avdeew, der Dichter Eugen Fotteler, die Buchautorinnen Adelina Lorenz ("Immer Fremde") und Johanna Jenn ("Die Geschichte einer Familiengeneration"). Frau Jenn brachte auch ihre Wanderausstellung über die Geschichte der Deutschen aus der ehemaligen UdSSR nach Borna mit. Reinhold Zielke stellte einen Teil seiner Museumsexponate aus. Die Mitglieder des Vereins "Oberlausitz - neue Heimat" e. V. (Leiter Valerias Steinhauer) kamen mit ihrer Ausstellung aus Löbau nach Borna, um auf diese Weise über ihre Vereinsarbeit zu berichten.
Bei der feierlichen Eröffnung der Begegnungsstätte gab Frau Limmer bekannt, dass sie diese Räumlichkeiten den Deutschen aus Russland zur Verfügung stellen möchte. Sie hoffe, dass dieses Zentrum zur Verbesserung der gegenseitigen Verständigung und zur Knüpfung freundschaftlicher Bande mit den Bewohnern von Borna und des Kreises Leipzig beitragen würde. Diese Begegnungsstätte könne auch als Möglichkeit betrachtet werden, die deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern.
Zahlreiche Gäste sprachen Grußworte. Herr Oberbürgermeister Schröter hieß alle Gäste willkommen und sprach ihnen auch seinen Dank für die Unterstützung dieser Initiative aus. Zugleich gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass alle Bewohner von Borna - darunter auch die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion - alle Kräfte bei der Vorbereitung zur Feier des 750. Jahrestages einbringen würden und dass die Begegnungsstätte einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung dieses Festes leisten könnte. Das Wort hatten weiterhin Herr Superintendant Weismann, Herr Pfarrer Styra, Bildhauer Hummel, als Zeitzeuge Erich Kludt und der anerkannte Kunstexperte für das alte deutsche Volkslied und ordentliches Mitglied der Internationalen Akademien für Informatik und Geisteswissenschaften Herr Dr. Johann Windholz und andere.
Umrahmt wurde die Eröffnung von einem kleinen musikalischen Programm. Maria und Antonia Dierksen spielten ein Duo von J.F. Mazas für Violine. Der Singerkreis der russlanddeutschen Frauen unter der Leitung von Frau Kluge brachte verschiedene deutsche Volkslieder zu Gehör.
Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste die Möglichkeit, sich die Ausstellungen und Werke anzuschauen. Zudem war es für die Eingeladenen sehr interessant, einen Einblick in die Bücher zu nehmen, die mehrere russlanddeutsche Autoren dem Zentrum geschenkt hatten.
Die Zeitungsredaktion dankt an dieser Stelle allen Frauen und deren Familien, die den bereitgestellten Raum vorbereitet und für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt hatten. Alle waren davon angetan, dass man sie so herzlich in Empfang genommen hatte und ein Obdach für die Nacht anbot. Aber anders geht es doch bei uns nicht... Vielen herzlichen Dank!
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