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Über die Zukunft des Vaterlandes noch heute denken! Braucht Deutschland die Deutschen der ehemaligen UdSSR?


Bei den Modellberechnungen zur Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2050 in der Variante (ohne Zuwanderungsüberschüsse von Ausländern) wird die Bevölkerung auf 58.6 Mio. Personen schrumpfen.

Auf 23,8 Mio. weniger im Vergleich mit den Zahlen Ende 2001 (82,4 Mio.). Dies geht aus einer Modellberechnungen zur Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2050 vom Bundesministerium des Innern hervor. Erscheinungsdatum: Juli 2000.

Die Interministerielle Arbeitsgruppe für Bevölkerungsfragen unter dem Vorsitz des Bundesministeriums des Innern erarbeitete vier Modellen der demographischer Lage der Bundesrepublik.

Ausgangsniveau 1999: 82 Mio. Personen. Ende 2001 82,4 Mio.. Die Differenzen wurde von uns mit diesem Niveau berechnet.

Das erste Modell A (mit dem niedrigsten Zuwanderungssaldo) zeigt, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf 64,3 Mio. absinkt. Auf 18,1 Mio. weniger.

Das zweite Modell B (die mittlere Variante) führt die Bevölkerungszahl auf 70,3 Mio. Personen.

Das dritte Modell C (mit der höchsten Zuwanderungsannahme) stimmt vor, dass die Bevölkerungszahl nur 74,9 Mio. erreicht. Auf 7.8 Mio. weniger.

Das vierte Model K - Kontrollvariante (ohne Zuwanderungsüberschüsse von Ausländern) stellt fest, dass die Bevölkerung auf 58.6 Mio. Personen sinken kann. Auf 23,8 Mio. weniger.

Je höher die Zuwanderung angesetzt wird, desto geringer ist das Absinken der Gesamtbevölkerungszahl. Zum Jahr 2050 wird bei der Bevölkerungszahl Deutschlands von 7,8 Mio. bis 23,8 Mio. Personen fehlen.

Die Zahl der Deutschen unterliegt einem stark fallenden Trend. Die Hauptursache - niedrigere Geburtenzahlen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis unter 20 Jahre (1999: 21,4 %) wird sich in allen Varianten verringern und bis zum Jahr 2050 auf ein Niveau von rund 16 % sinken. Diese Ursache fällt auch auf die Altersstruktur. Der Anteil der älteren Personen steigt im Gegensatz an. Im Jahr 2050 wäre fast jeder Dritte in Deutschland mindestens 65 Jahre alt.

Also, die Deutschen können die Bevölkerungszahl nicht weiter auf nötigem Niveau versorgen. Das heißt: Deutschland braucht Zuwanderer aus anderen Ländern der Welt.

Bei der Diskussion des Projektes des Zuwanderungsgesetzes wurde in den Medien eine Meinung veröffentlicht, dass jährlich bis zu 350.000 Ausländer in Deutschland aufgenommen werden sollen. Die einreisewilligen Ausländer (Nicht-Deutsche) können - ohne Ausnahme - nach Deutschland einreisen. Es wird nicht einmal gefragt, ob sie die deutsche Sprache beherrschen, ob sie eine Arbeit aufnehmen oder Sozialhilfeempfänger werden. Das macht dem Gesetzgeber und der Regierung scheinbar keinerlei Probleme.

Für den Gesetzgeber und für die Regierung machen aber die so genannten Spätaussiedler Probleme, die aus den Nachfolgeländern der ehemaligen UdSSR nach Deutschland in die Heimat ihrer Ureltern zurückkommen wollen. Für diese "Ausländer" sind ganz besondere Maßnahmen vorgesehen.

Im Jahr 1995, noch von der schwarz-gelben Koalition, wurde von Anfang des Jahres 1996 an gesetzlich für die Deutschen aus den GUS-Ländern ein Sprachtest eingeführt. Diesen Sprachtest müssen die einreisewillige Familienglieder, beantragte Spätaussiedler, müssen nach dem Erhalt des Aufnahmebescheids, der nach der Prüfung vom Bundesverwaltungsamt in Zeitraum von 3 bis 5 Jahren dem Antragsteller übergeben wurde, den Sprachtest in der Botschaft im Herkunftsland abgeben. Das Protokoll wird nach Köln in das Bundesverwaltungsamt geschickt und skrupellos einige Monate und sogar Jahre "verwaltet". Der getestete Antragsteller muss beweisen, dass er die deutsche Sprache in der Kindheit in seiner Familie ererbte. Bei positiver Entscheidung wird der Antragsteller benachrichtigt. Jetzt kann er die Visen für sich und seinen Familienangehörigen erhalten, seine Arbeitsstelle verlassen und sein Hab und Gut verkaufen oder verschenken. Der Weg nach Deutschland ist offen. Aber das ist noch nicht das glückliche Ende. Die Gesetzgeber haben noch einen "Zaun" für die Deutschen vorgesehen: Im ersten Aufenthaltslager müssen sie das zweite Mal einen Sprachtest abgeben. Es gibt Fälle, wenn einige den Test nicht abgeben, werden sie ins Herkunftsland zurück geschickt. Manchmal sofort. Es sind auch Fälle bekannt, dass solche Zwangsaussiedlungen erst nach zwei Jahre stattfanden. Eine junge Familie, in der Mann und Frau schon gut Deutsch sprachen, beide schon ein paar Jahre arbeiteten und die Kinder in der Schule gut lernten, wurde gezwungen, Deutschland zu verlassen, weil sie damals, im ersten Lager beim Sprachtest ihre deutschen Sprachkenntnisse nach Meinung des Sprachtesters nicht nachweisen konnten.

Das neue Zuwanderungsgesetz, das in Kürze von Neuem im Bundestag debattiert wird, enthält noch mehrere Schwierigkeiten für die Antragsteller. Jetzt muss jedes Familienglied, von Alt bis Klein, seine deutsche Sprachkenntnisse darstellen. Und falls ein Familienmitglied den Sprachtest nicht besteht, muss es ins Herkunftsland zurück kehren. Dadurch wird die Familie zerrissen. Das bringt einen großen moralischen Schaden.

Es ist unverständlich, warum den Deutschen aus der ehemaligen UdSSR, die nach Deutschland in das Vaterland ihrer Ahnen zurückkehren wollen, solche "Zäune" aufgebaut werden! In der deutschen Presse liest man die freudige Siegrelationen von Herrn Jochen Welt, dem Leiter des Bundesverwaltungsamtes, dass die Zahl der nach Deutschland eingewanderten Russlanddeutschen wieder gesunken ist. Es ist unverständlich, warum die Russlanddeutschen den Politikern aller Parteien so unlieb sind?

Einen kurzen Schritt zurück: Im Jahr 2050 werden bei der Bevölkerungszahl Deutschlands etwa 7,5 Mio. bis 23,8 Mio. Personen fehlen.

Wie kann die demographische Lage Deutschlands verbessert werden? - Nur mit einer gerechten freundlichen Beziehung zu den Deutschen aus den GUS Ländern!

Seit 1996, dem Jahr der Einführung des Sprachtestes, hat Deutschland einen Verlust von ungefähr 0,67 Mio. Personen, die nicht einwandern könnten. Und auch einen Verlust von nicht in Deutschland geborenen Kindern. Darüber, wie viele deutsche Kinder von den Deutschen aus den GUS-Ländern in den letzten zehn Jahren geboren sind, darüber schweigt die bundesdeutsche Statistik. Doch die deutschen Frauen aus den GUS-Ländern haben immer noch Freude daran, Kinder zu bekommen und groß zu ziehen.

Vor zwei Jahre wurde in der Zeitung "Heimat" auf der Titelseite ein großes Foto veröffentlicht, auf der eine große Familie mit vielen Generation dargestellt war. Am Gipfel der mehrstöckiger Pyramide stand das 100-jährige Oberhaupt der Familie Schwarzkopf und ganz unten eine zahlreiche Menge von Kindern.

Zeitung "Heimat" hat auf ihren Seiten eine Information über eine andere große deutsche Familie aus Kasachstan veröffentlicht.

Maria und Oskar Schulz feierten im vorigen Sommer ihre Goldene Hochzeit. Die Geschwister dieses Ehepaares bilden in Deutschland eine große Verwandtschaft - 549 Personen (167 Haushalte), die in 46 Städten und Dörfern wohnen. Insgesamt sind es 716 Personen. 166 Personen sind in den Herkunftsländern geblieben. Die 46 von 167 Haushalten haben ihre eigenen Häuser und Wohnungen. Von den 549 Personen besitzen 47,4 % einen Arbeitsplatz. 8,7 % sind Rentner. 9 Personen (1,6 %) sind arbeitslos und nur 19 (3,5 %) sind Sozialhilfeempfänger.

Die jugendliche Generation rekrutiert sich aus 220 Jugendlichen vor. Unter ihnen sind 169 (30,8 %) Studenten, Schüler, Lehrlinge und andere, die eine Umschulung machen. 51 unter ihnen (9,3 %) sind kleine Kinder. Unter den Frauen führen 17 (3,1 %) von ihnen den Haushalt und 18 (3,3 %) sind im Mutterschaftsurlaub.

So sieht die Statistik einer großen deutschen Familie aus Kasachstan aus. Man kann mit großer Sicherheit annehmen, dass 47,4 % dieser Familie, die von ihrem verdienten Lohn mit ihren Steuern und Einzahlungen in den Bundeshaushalt die anderen aus ihrer Familie versorgen und den Haushalt nicht belasten. Man kann auch denken, dass ein Teil ihrer Einzahlungen auch für die anderen Gruppen der Bundesbevölkerung benutzt wird.

Demnach man kann mit großer Sicherheit sagen, dass die Deutschen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR keine finanzielle Belastung für den Bundeshaushalt sind und in Zukunft die demographische Lage des Staates verbessern können.

Falls Deutschland jährlich etwa über 300.000 Zuwanderer braucht, so kann man diese doch aus den 150.000 bis 200.000 Deutschen aus den GUS-Ländern einreisen lassen, um die demographische Lage zu verbessern. Sollen es auch nur 100.000 jährlich sein, aber ohne drakonischen Regeln des Sprachtests, die die anderen einreisewilligen Nicht-Deutschen ja nicht zu absolvieren brauchen!

Die deutschen Sprachkenntnisse spielen keine Rolle. Wo kann man denn besser Deutsch lernen: in Russland, in Kasachstan, in Kirgisien, oder in Deutschland? Natürlich in Deutschland!

Die Sprachkenntnisse eines zweihundert Jahre altem deutschen Dialekts haben keinen positiven Einfluss für die Integration in die Wirtschaft und in das Leben Deutschlands. Ohnehin muss die einreisenden Russlanddeutschen grundsätzlich die moderne deutsche Sprache von neuem lernen.

Jochen Welt in seinen Interviewen unterstreicht seine Unzufriedenheit darüber, dass viele Einreisende Familien von vermischten Ehepaaren und ihren Abkömmlingen meistens kein Deutsch mehr beherrschen. Deutsch kann man erlernen. Und das am besten in Deutschland. Man kennt viele vermischte Ehepaare in Deutschland, wo die nichtdeutschen Ehegatten schon seit vielen Jahren sich in die deutsche Wirtschaft integriert haben, da sie die deutsche Sprache gut beherrschen. Sie haben in den angebotenen Sprachkursen intensiv Deutsch gelernt.

Zu unterstreichen ist nochmals: Der Sprachtest für die Deutschen aus der ehemaligen UdSSR muss abgehoben werden. Die Zugehörigkeit zur deutschen Nation kann und muss mit den Urkunden bestätigt werden. Alle gesetzliche Vorschriften über den Sprachtest müssen aufgehoben werden und der Artikel 6, Änderung des Bundesvertriebenengesetzes, muss aus dem Projekt des Zuwanderungsgesetzes entnommen werden.

Für diese Deutschen muss ein neues Gesetz entworfen werden: Das Heimkehrergesetz. Die Deutschen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR (des zaristischen Russlands) kehren nach Hause in die Heimat ihrer Ahnen zurück. Sie sind keine Zuwanderer, sie sind Heimkehrer! Die Zaristische Regierung forderte von den Deutschen aus den deutschen Königreichen und Fürstentümern keine russische Sprachkenntnisse.

Viele Generationen der Kolonisten konnten kaum russisch sprechen. Die Großmutter des Autors dieses Beitrags, Beate Stehle (geb. Müller), starb 1934 und beherrschte die russische Sprache sehr schwach. Die russische Sprache wurde damals in der deutschen Umgebung nicht gebraucht. Die Verwendung der russischen Sprache war freiwillig: Die Personen, die eine Kariere in Russland machten, erlernten die russische Sprache und hatten einen großen Einfluss auf die russische Kultur, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und anderen Gebiete.

Man darf die russische Geschichte nicht außer acht lassen: Dort, wo in Russland die Deutschen lebten, funktionierten auch die Schulen vorbildlich. Aber nur bis 1938, denn dann wurden in der gesamten Sowjetunion die deutschen Schulen geschlossen und der Unterricht wurde von dort an in russischer Sprache geführt. Seit dieser Zeit war die deutsche Sprache in der Sowjetunion nicht gefragt und in Kriegszeiten sogar verboten. Diese Folgen ernten wir heute.

Vielleicht könnte die Bundesregierung die Erfahrungen aus der zaristischen Regierung Russlands übernehmen, den heutigen Hemmzaun demontieren und das Tor für die deutschen Heimkehrer in die Heimat breiter öffnen, um die Zukunft unserer Heimat zu gewährleisten.

Georg Jorch
wurde 1923 in Tiflis (Tbilissi) als Sohn einer deutschen Familie geboren. Er besuchte dort die deutsche Schule und schloss diese 1941 mit der Mittleren Reife ab. Im Oktober 1941 wurde er mit seinen Eltern nach Maisk Pawlodar (Kasachstan) verschleppt. Dort arbeitete Jorch als Mechaniker im Tageba, und nach dem Kriegsende, im Herbst 1945, als Elektriker in einer Bekleidungsfabrik in Semipalatinsk (Kasachstan). 1950 begann er ein Physik- und Mathematik-Studium an einer Pädagogischen Hochschule. Dann war er Physiklehrer in einer Schule und daraufhin Cheflaborant des Lehrstuhles für Physik an einer Medizinischen Hochschule. Von 1957 an war Jorch Chef des Labors für Biophysik bei einer Gesundheitsfürsorgestelle für die Untersuchung der Wirkung der Atomwaffenexplosionen, die ab 1949 ständig und unweit von Semipalatinsk durchgeführt wurden. Ab 1965 in Tbilissi war Jorch als Patentfachmann im Forschungsinstitut für EDV beschäftigt und anschließend Chef des Patentlabors im Forschungsinstitut für experimentelle und klinische Chirurgie. Von 1978 an befasste er sich zunächst als Oberwissenschaftler und später als Chef der Patent-Lizenzabteilung des Georgischen Forschungsinstitut für wissenschaftlich-technische Information mit dem dort anfallenden Aufgabenbereich. Seit Juli 1993 befindet sich Jorch in Deutschland mit jetzigem Wohnsitz in Berlin.



 
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