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Dieses heilige Wort - Heimat...
Warum heißt unsere Zeitung - Zeitung der Russlanddeutschen "Heimat-Родина"? Einerseits ist alles einfach. Jeder Mensch hat seine eigene Heimat und es steht ihm frei, diesem Begriff seine eigene Deutung zu verleihen. Für einen ist es die ganze Welt und sogar das Universum. Für den anderen ist es das Land, wo er geboren wurde, das Land, in welches seine Ahnen ihre Liebe und ihren Fleiß investiert haben, wo ihre sterbliche Hüllen ruhen, wo seine Nachkommen leben werden.
Andererseits stellt sich die Frage: Wo ist unsere Heimat? Der historische Zufall wollte es, dass die Russlanddeutschen über 200 Jahren hinweg in Russland lebten. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts litten deutsche Bauern am Mangel des Landes und in Russland gab es Ländereien im Überfluss. Dieser Grund war für unsere Ahnen ausschlaggebend und so machten sie sich auf den Weg nach Russland. Viele von ihnen betrachteten diese Umsiedlung als etwas Vorübergehendes. Das Schicksal gestaltete sich anders, aber Russland wurde nicht zur zweiten Heimat für die Russlanddeutschen.
Dafür gab es viele Gründe, aber der Erste und der Zweite Weltkriege führten Russland und Deutschland zur offenen Konfrontation. Und von nun an betrachtete Russlands Staatsmacht die deutschen Kolonisten als "Fünfte Kolonne" Deutschlands. Auf künstliche Weise wurde das Volk zu einem inneren Feind zunächst des russischen und anschließend des sowjetischen Imperiums gemacht. Diesem Volk wurde das Recht verweigert, seine neue Heimat als Heimat zu betrachten, man unterzog es dem Genozidverfahren. Russland stieß sein deutsches Volk wegen seiner deutschen Wurzeln zurück, raubte ihm jegliche Hoffnung darauf, in Russland je willkommen zu sein.
Daher ist die gegebene totale Abreise der Russlanddeutschen eine historisch gesetzmäßige Entwicklung. Wir kehren in die Heimat unserer Ahnen zurück, beenden den tragischen Weg eines Teils des deutschen Volkes. Wir kehren nach Deutschland zurück, um vor allem geistiges Vakuum zu füllen, um endlich unseren Platz auf dem Planeten zu finden, um das Land zu finden, in dem wir uns als Deutsche unter Deutschen fühlen können. In historischer Hinsicht ist Deutschland für uns ein Staat, mit dem uns nicht nur gemeinsame Wurzeln, Kultur, Sprache verbindet, sondern auch viele Opfer, die für den Altar des Vaterlandes gebracht wurden.
Viele von uns haben früher gesagt und sagen auch noch jetzt, dass sie in die Heimat der Ahnen wegen der Zukunft unserer Kinder zurückgekehrt seien. Wir verstellen uns nicht, denn aus unserer bitteren Erfahrung wissen wir, wie es sein kann, wenn man in einem Land als ungeliebte Stiefkinder leben muss. Es ist uns auch bewusst, dass es jetzt äußerst wichtig ist, das Gefühl der Liebe und Dankbarkeit in den Herzen unserer Kinder und Enkelkinder zu dem Land anerziehen, in dem wir leben. Was könnte Eltern noch Schlimmeres passieren, als das Gefühl der Kälte, Leere, Gleichgültigkeit in den Herzen ihrer Kinder?! Denn dann wird es sich herausstellen, dass alle Mühe und Opfer, die die Integration von uns gefordert hat, umsonst waren! Das Leben war umsonst!
Und aus diesem Grund heißt unsere Zeitung "Heimat-Родина", um den Spätaussiedlern mittels unserer Publikationen, Gedanken, Ideen zu helfen, ihren Weg zu den Anfängen nicht nur zu finden, sondern auch durchzudenken. Unsere Hilfe sehen wir auch darin, mit der Kraft heiliger Liebe zur Heimat etwas Gutes zu bewegen und unsere Kinder zu ihren wahrhaften Wurzeln zurückzuführen, denn niemand kann ohne all das zu einem wahren, moralischen, hoch gebildeten, geistig reichen, seinem Land und Planeten nützlichen MENSCHEN werden. Am Anfang des 20. Jahrhunderts sagte weltbekannter Maler und Künstler N. K. Rerich folgendes: "Wenn ein Mensch seine Heimat liebt, so kann er an jedem Ort des Planeten seine Leistungen in Gang setzen. Niemand und nichts wird in daran hindern können, durch die Tate das zu beweisen, wofür sein Herz schlägt... Gewinnen Sie ihre Heimat lieb und sie wird sie auch lieben. Denn reich sind wir dann, wenn wir Liebe unserer Heimat haben". Ohne diese beiderseitige Liebe gibt es und wird es keine würdige Zukunft für uns und unsere Kinder geben! Alle zusammen werden wir diese Liebe behaupten, unsere lieben Leser.
Gleichzeitig möchten wir die Deutschen aus Russland, unser Schicksal, unsere tragische Geschichte, unsere Gedanken an gemeinsame Zukunft, als einen unentbehrlichen Teil des gesamten deutschen Volkes, der deutschen Gesellschaft allseitig vorstellen. "Wir sind ein Volk, wir sind eine Geschichte. Wir haben gleiche Probleme, gemeinsame Erfolge, eine gemeinsame Zukunft".
Zur gleichen Zeit sind wir nach 200-jähriger Trennung bestrebt, die historische Heimat, die mitunter völlig neu für uns ist, kennen, verstehen und lieben zu lernen. Wir sind fest davon überzeugt, dass unsere gemeinsame Geschichte für immer stumm bleiben wird, wenn wir dieses Schweigen nicht brechen und einander nichts davon erzählen werden. Um einen Weg in die Zukunft zu finden, muss man unserer Geschichte und dem Schicksal des Volkes eine Stimme geben.
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